Jahrgangsübergreifendes Lernen allgemein
Jahrgangsübergreifendes Lernen (JÜL) allgemein
In jeder Klasse lernen Kinder in 2 (1+2 / 3+4) Jahrgängen gemeinsam.
Pädagogische Leitsätze
- Kinder sind verschieden.
- Jedes Kind soll erfolgreich sein und jedes Kind soll sich anstrengen dürfen.
- Kinder lernen voneinander.
- Kinder brauchen Geborgenheit und Sicherheit.
- Kinder brauchen Anregungen.
- Kinder brauchen Verantwortung.
- Kinder suchen Antworten auf Sinn- und Glaubensfragen.
- Kinder brauchen Grenzen.
- Kinder brauchen qualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen.
- Die erzieherische Verantwortung von Elternhaus und Schule ist unteilbar.

- Grundschulschüler Arbeitsgruppe [Album ansehen]
Vorteile:
- Die Jahrgangsmischung schafft eine natürliche Lernsituation, die den Kindern aus Familie und aus der ersten Lernzeit im Kindergarten vertraut ist. Sie lernen voneinander und miteinander, da sie sich austauschen und gegenseitig unterstützen können. Daraus ergeben sich zahlreiche Lernchancen auch für die Förderung der Sozialkompetenz, da auch im Zusammenleben und -lernen von Kindern auf unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsständen das Beziehungsgeflecht vielfältiger, aber auch lebensechter und natürlicher ist.
- Das Lernfeld der jahrgangsübergreifenden Lerngruppe ist daher anregungsreicher und lebendiger. Die SchülerInnen werden herausgefordert durch die reichhaltigen und vielfältigen Lernangebote, die sich an verschiedenen Lernständen ausrichten. Den SchülerInnen kann so auch die Chance gegeben werden, sich eigenverantwortlich und weniger abhängig von der Steuerung durch die Lehrerin eigene Lernwege zu suchen.
- Durch die Arbeit mit den jüngeren Kindern können leistungsschwächere Kindern besser unterstützt werden, ihr eigenes Wissen zu festigen, Lücken aufzuarbeiten, und so können sie im Klassenverband Wiederholungsschleifen durchlaufen ohne sie durch den Wechsel der Bezugsgruppe zu entmutigen oder zu destabilisieren. Sie erleben ihre Wiederholungsphase nicht als entwürdigende Herabsetzung, sondern bleiben als "die Großen" in der Gruppe der Mitschüler-Innen.
- Schneller voranschreitende SchülerInnen können sich an den Lernangeboten der Älteren oder Fortgeschritteneren orientieren und finden hier Anregung und Herausforderung.
- Die Eingewöhnung der Neulinge in die Schule verläuft sanfter und kürzer, da sie als kleine Gruppe schnell von den Älteren in die Gemeinschaft einbezogen werden. Sie werden die Regeln und Rituale der Klasse schnell aufnehmen können. Damit wird ihre Aufnahmephase in die Schule kürzer und leichter, da die "Kleinen" Geborgenheit durch die Umsicht der "Großen" erfahren.
- In diesem Sinne stützt JÜL auch die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit aller SchülerInnen einer Klasse. Zumal so auch eingefahrene Rollen schneller aufgehoben werden können und jedes Kind in je individuellen Bereichen sich als kompetent, unterstützend und erfolgreich erleben kann. Konkurrenzen entstehen weniger häufig, die Fortschritte der anderen werden eher als Ansporn erlebt, denn als Hinweis auf eigene Unzulänglichkeit gewertet.
- JÜL bietet organisatorisch unkomplizierte Formen differenzierten Lernens, was die gezielte Förderung in verschiedenen Bereichen nicht verzichtbar macht.
Bei so vielen Vorteilen der Mischung von zwei Jahrgängen muss jedoch gesagt werden, dass der Aufbau dieser jahrgangsgemischten Lerngruppen zunächst erst einmal sehr arbeitsintensiv sein wird. Kollegiale Zusammenarbeit/ Teamarbeit ist hier als Entlastung besonders hilfreich. Darüber hinaus wird das Grundschulkollegium der Alexander-Behm-Schule im Einführungsjahr des jahrgangsübergreifenden Lernens durch eine kompetente und professionelle Begleitung unterstützt. Fortbildungen und Hospitationen runden das Arbeitsumfeld der in JÜL unterrichtenden Kolleginnen ab und unterstützen den Entwicklungsprozess. Die unterstützende Elternarbeit ist in unserer Unterrichtskonzeption seitens des Kollegiums ausdrücklich gewünscht.
